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18 September 2026

BOOK: Fupeng LI, Translating Weimar. The Cultural Translation of the Weimar Constitution in China (1919-1949) [Global Perspectives on Legal History; 28] (Frankfurt: MPI für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie, 2025), XIV + 192 p. ISBN 9783944773544, €17,33 [OPEN ACCESS]

(image source: MPI LH LT)


Abstract:

Wie kann eine Verfassung sich eine soziale Revolution vorstellen? Das Buch beantwortet diese Frage, indem es am Beispiel der sozialen Rechte die lange Reise der Weimarer Verfassung nach China verfolgt. Diese globale Rechtsgeschichte erzählt, wie Juristen und Gesetzgeber die Sprache der Verfassung nutzten, um Projekte sozialen Wandels im 20. Jahrhundert zu konzipieren. Das Buch, das sich zwischen Deutschland und China bewegt, untersucht, wie die Weimarer Reichsverfassung von chinesischen Akteuren gelesen, übersetzt und umgeschrieben wurde. Anstatt den Einfluss der Weimarer Verfassung als einfache „Rezeption“ ausländischer Ideen zu behandeln, rekonstruiert es, wie chinesische Juristen Debatten über Arbeit, Sozialwesen und Wirtschaftsordnung nutzten, um zu überdenken, was eine soziale Verfassung sein könnte – und welche Art von sozialer Revolution sie legitimerweise leiten könnte. Im Zentrum der Analyse steht ein struktureller Wandel: vom rechtebasierten Modell der sozialen Ordnung der Weimarer Verfassung hin zum politikorientierten Konstitutionalismus, der das moderne China prägen sollte. Unter Rückgriff auf mehrsprachige Archivquellen und Verfassungsentwürfe zeichnet die Studie nach, wie der Katalog der sozialen Grundrechte der Weimarer Verfassung schrittweise in „Grundlegende nationale politische Leitlinien“ umformuliert wurde, wodurch soziale Rechte in staatliche Programme, Planungsziele und ideologische Verpflichtungen umgewandelt wurden. Ausgehend von der Trias aus Raum, Zeit und Tradition zeichnet das Buch die Wege nach, auf denen die deutsche Staatsrechtslehre und das Konzept der sozialen Rechte aus der Weimarer Verfassung in chinesischen Debatten aufgenommen wurden. Es zeigt auf, wie sie sich in wechselnden Narrativen von Krise und Revolution verorteten, und untersucht, wie sie im Zusammentreffen mit konfuzianischer Staatskunst, revolutionärem Nationalismus und sozialistischer Planwirtschaft verhandelt wurden. Damit bietet das Werk einen neuen Erklärungsansatz für die Frage, wie Verfassungen soziale Revolutionen durch die kulturelle Übersetzung von Rechten in Politik vermitteln. Das Buch richtet sich an Wissenschaftler*innen und Studierende des Verfassungsrechts, der globalen Rechtsgeschichte und der modernen chinesischen Geschichte, die verstehen wollen, wie soziale Rechte Grenzen überschritten – und wie sie dabei im 20. Jahrhundert still und leise die Bedeutung sowohl von „Verfassung“ als auch von „Revolution“ neu prägten.

Table of contents:

XI        Preface

1          Introduction: Perspectives, Questions, and Structure

7          Chapter 1: Reclassifying Legal Knowledge: German Staatsrechtslehre as Intellectual Prelude to the
            Chinese Translation of the WRV

39        Chapter 2: Mapping Each Other: The Embedded Worlds in Compilations of World Constitutions

69        Chapter 3: The Rights-based Model of Weimar

91        Chapter 4: From Translators to Legislators

115      Chapter 5: The Policy-Oriented Model of China: Two Translation Frameworks

153      Conclusion: Translating Weimar through Space, Time, and Tradition

157      Bibliography

171      About the Author

Read the full book here: DOI 10.12946/gplh28.

20 January 2026

BOOK: Herlinde PAUER-STUDER, Im Namen von "Führer" und "Volk". Das Recht im Nationalsozialismus (Tübingen: Mohr Siebeck, 2025), 279 p., ISBN 978-3-16-164434-4

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ABOUT THE BOOK:

Wie konnte sich das Recht im NS-Staat der politischen Ideologie des Nationalsozialismus so anpassen, dass sich Recht in Unrecht verkehrte? Herlinde Pauer-Studer gibt Einblick in die normativen Grundlagen des nationalsozialistischen Deutschland und den juridischen Hintergrund der eskalierenden Gewalt und Unmenschlichkeit, die in beispiellosen Verbrechen endete. Im totalitären »Führerstaat« entwickelten sich Strafrecht und Polizeirecht zu Instrumenten des Terrors. Die zunehmende normative Entgrenzung zeigte sich insbesondere in der Umsetzung der Rassenideologie des NS-Regimes, die auch mit Blick auf die Rolle der Ministerialbürokratie analysiert wird. Abschließend wird die Frage diskutiert, welche Bedingungen der Rechtsstaatlichkeit unverzichtbar sind, um ein Rechtssystem vor ideologischer Moralisierung und Politisierung zu schützen.

TABLE OF CONTENTS:

I. Einleitung
II. Von der Weimarer Republik zum Dritten Reich
III. Der Führerstaat
IV. Das Strafrecht im Dritten Reich
V. Die Rassengesetzgebung
VI. Das Polizeirecht im NS-Staat
VII. Die SS- und Polizeigerichtsbarkeit
VIII. Die ideologische Moralisierung des Rechts im Nationalsozialismus: Rechtsphilosophische Überlegungen

ABOUT THE AUTHOR:

Herlinde Pauer-Studer Geboren 1953; Studium der Philosophie an den Universitäten Salzburg und Toronto; Professorin für Philosophie i.R. an der Universität Wien; Senior Research Associate am African Center for Epistemology and Philosophy of Science der Universität von Johannesburg (Südafrika); 2023-24 Alexander von Humboldt Forschungspreisträgerin, LMU München; 2024-25 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
 
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21 March 2025

BOOK: Amelie TSCHEU, Publizistischer Landesverrat in der Weimarer Republik [Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts] (Tübingen: Mohr Siebeck, 2024), 380 p., ISBN 978-3-16-163808-4

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Book abstract:

Nach der Niederlage im 1. Weltkrieg verpflichtete der Versailler Friedensvertrag das Deutsche Reich zu einer weitreichenden militärischen Abrüstung. Pazifistischen Journalisten, die über illegale Rüstungsmaßnahmen der Reichswehr berichteten, drohte unter dem Vorwurf des publizistischen Landesverrats ein Verfahren vor dem Leipziger Reichsgericht. Dessen Urteile gegen Kritiker der illegalen Rüstung gelten in der bisherigen Forschung als exemplarischer Beleg der antirepublikanischen Weimarer Justiz. Demgegenüber zeigt Amelie Tscheu die kontinuierliche Wechselwirkung zwischen der Rechtsprechung des Reichsgerichts und der Außen- und Militärpolitik der Weimarer Regierungskabinette im Verlauf der 1920er- und frühen 30er-Jahre auf. Sie verbindet die Analyse klassisch rechtswissenschaftlicher und allgemein geschichtswissenschaftlicher Quellen, um den publizistischen Landesverrat als politische Straftat im Spannungsfeld von Recht und Politik zu begreifen.

Table of contents: 

Einleitung
A. Einführung in die Thematik des publizistischen Landesverrats in der Weimarer Republik

B. Vom Kaiserreich zur Republik

C. Die Verfahren wegen publizistischen Landesverrats im Kontext der militärpolitischen Entwicklungen

D. Der publizistische Landesverrat als politische Straftat und das Verhältnis der Judikative zum republikanischen Staatssystem

E. Der Fall Felix Fechenbach vor dem bayerischen Volksgericht 1922 und das Verfahren gegen Walter Oehme (Urteil vom 28.08.1923 - 7J69/23)

F. Der Ponton-Prozess gegen Friedrich Küster und Berthold Jacob (Urteil vom 14.03.1928 - 7J63/25, RGSt 62,65)

G. Der Weltbühne-Prozess gegen Carl von Ossietzky und Walter Kreiser (Urteil vom 23.11.1931 - 7J35/29)

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30 October 2024

BOOK: Arnd KOCH, Carl-Friedrich STUCKENBERG & Wolfgang WOHLERS (eds.), Eberhard Schmidt. Strafrechtshistoriker, Strafprozessualist und Strafrechtler [Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts; 126] (Tübingen: Mohr Siebeck, 2024), 279 p., ISBN 978-3-16-162153-6

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ABOUT THE BOOK:
 
Eberhard Schmidt (1891-1977) war als Jurist im Kaiserreich, in der Weimarer Republik, im NS-Staat und in der Bundesrepublik tätig, sein wissenschaftliches Werk umfasst neben dem materiellen Strafrecht die Strafrechtsgeschichte und das Strafprozessrecht. Schmidt gilt als Stammvater des Arztstrafrechts und war Schüler Franz von Liszts, dessen Lehrbuch er fortführte und dessen Ideen er in die Beratungen der Großen Strafrechtskommission der 1950er Jahre einbrachte. Als Rechtshistoriker prägte Schmidt die strafrechtsgeschichtlichen Vorstellungen mehrerer Juristengenerationen. Im Strafprozessrecht, dem er sich nach 1945 zuwandte, gilt sein »Lehrkommentar« als epochale wissenschaftliche Leistung. Die Beiträge des Bandes nehmen eine wissenschaftshistorische Verortung des Schmidt´schen Werkes vor und gehen der Frage nach, welche seiner Arbeiten auch aus heutiger Sicht von bleibendem Wert sind.
 
TABLE OF CONTENTS:
 
Klaus-Peter Schroeder: Eberhard Schmidt (1891-1977) - Die »peregrinatio academica« eines deutschen Strafrechtslehrers - Arnd Koch: Eberhard Schmidt und das Dritte Reich - Milan Kuhli: Eberhard Schmidt als Rechtshistoriker - Mathias Schmoeckel: Der Inquisitionsprozess und seine Geschichten - Sven Großmann: Eberhard Schmidt und die Entwicklung des reformierten Strafverfahrens - Carl-Friedrich Stuckenberg: Die wissenschaftliche Behandlung des Strafprozessrechts - Wolfgang Wohlers: Die Rechtsstaatlichkeit des Strafverfahrens: Justizförmigkeit vs. Zweckmäßigkeit - Martin Löhnig: Das Richterbild bei Eberhard Schmidt - Heike Jung: Eberhard Schmidt und das Arztrecht - Thomas Weigend: Eberhard Schmidt und Franz von Liszts »Lehrbuch des Deutschen Strafrechts« - Sascha Ziemann: Eberhard Schmidt und das Erbe der Liszt-Schule nach 1945 - Wolfgang Frisch: Eberhard Schmidt als Kriminalpolitiker, insbesondere in der Strafrechtsreform der 1950er Jahre - Franz Streng: Eberhard Schmidt und der Strafvollzug
 
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25 September 2024

BOOK: Nils HAUSER, Die Berliner Kriminalpolizei in Republik und Nationalsozialismus [Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts; 125] (Tübingen: Mohr Siebeck, 2024), 479 p., ISBN 978-3-16-162624-1

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ABOUT THE BOOK:
 
Anhand von Archiv- und zeitgenössischen Literaturquellen analysiert Nils Hauser die nicht eindeutige Aufgabenstellung der Kriminalpolizei zwischen Justiz und Polizei. Nach einem rechtshistorischen Überblick über die Entstehung von Polizei und Kriminalpolizei wendet er sich den (kriminal-)polizeilichen Rechtsgrundlagen zu. Sodann untersucht er den Aufbau und die personelle Zusammensetzung der Berliner Kriminalpolizei in den Jahren 1925 bis 1937 und insbesondere die personellen Veränderungen durch »Preußenschlag« und »Machtergreifung«. Er betrachtet die sich wandelnde Kriminalpolizeipraxis, insbesondere die Verfolgung von »Berufsverbrechern«, »Asozialen« und Juden sowie die Entstehung einer polizeilichen Justiz. Abschließend fügt Nils Hauser diese drei Teile in einem Überblick über die Wechselwirkungen zwischen Polizeirecht, Strafrecht und Kriminalpolizeipraxis zu einem Ganzen zusammen.
 
TABLE OF CONTENTS:
Einleitung
A. Forschungsstand und Quellenlage
B. Zielsetzung und Vorgehensweise
C. Vorbemerkung

§ 1 Rechtsgrundlagen
A. Das Verständnis von Polizei als Grundlage des Kriminalpolizeibegriffes
B. Die Kriminalpolizei und ihre Rechtsgrundlagen
C. Die Rechtsgrundlagen in Weimarer Republik und NS-Staat

§ 2 Institution
A. Föderale und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
B. Institutionelle Verfasstheit
C. Berliner Polizei und "Preußenschlag“
D. Untergang der Weimarer Republik
E. Die Institution in Weimarer Republik und NS-Staat

§ 3 Rechtstatsächlichkeit
A. Kriminalpolizeilicher Alltag im Berlin der Weimarer Republik
B. Die Rechtspraxis der Verbrecherbekämpfung, Sozialhygiene und Minderheitenverfolgung durch die Berliner Kriminalpolizei im NS-Staat
C. Die Rechtstatsächlichkeit in Weimarer Republik und NS-Staat

Ergebnisse
A. Autonome justizielle Polizei und Kriminalitätsverwaltung
B. Polizeiliche Justiz und Verpolizeilichung des Strafprozesses
C. Schlussbetrachtung
 
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23 September 2024

BOOK: Philipp WORMS, Kontinuität und Wandel. Die Ausgestaltung der Verfassungsgerichtsbarkeit deutscher Länder von der Weimarer Republik bis zur Gegenwart [Schriften zum Öffentlichen Recht; 1544] (Berlin: Duncker & Humblot, 2024), 310 p., ISBN 978-3-428-19237-3

 Cover: Kontinuität und Wandel

ABOUT THE BOOK:

Die Abhandlung widmet sich der geschichtlichen Entwicklung der Verfassungsgerichte der Länder, um auf diese Weise einen Beitrag zur näheren Bestimmung des Verhältnisses zwischen der gegenwärtigen Landesverfassungsgerichtsbarkeit und ihren historischen Vorbildern zu leisten. Dabei untersucht der Autor in einem ersten Schritt, inwieweit die Weimarer Landesstaatsgerichtshöfe prägend waren für die Entwicklung und die Ausgestaltung der Landesverfassungsgerichte wie wir sie heute kennen. Anhand der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Thüringen zeigt der Autor auf, dass die Weimarer Landesstaatsgerichtshöfe trotz ihrer vergleichsweise schmalen Kompetenzkataloge den Vätern und Müttern der westdeutschen Landesverfassungen nach 1945 als Anknüpfungspunkt für die Konzeption der Landesverfassungsgerichte dienten. Dass die Weimarer Landesstaatsgerichtshöfe gleichwohl nicht den einzigen Traditionsstrang darstellten, wird ebenso deutlich. Daher beleuchtet der Autor in einem zweiten Schritt, welchen übrigen Einflussfaktoren die Ausgestaltung der Verfassungsgerichtsbarkeit nach 1945 ausgesetzt war und wie unterschiedlich stark sich diese Faktoren in den jeweiligen Ländern auswirkten.

TABLE OF CONTENTS:

A. Einleitung

B. Methodik

Zur Auswahl der betrachteten Länder – Vorgehensweise – Maßstabsbestimmung

C. Historische Wurzeln der Verfassungsgerichtsbarkeit seit 1815
Auf Ebene des Bundes und des Reiches – Auf Ebene der Gliedstaaten

D. Staatsgerichtsbarkeit in der Weimarer Republik
Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich – Allgemeine Situation der Staatsgerichtsbarkeit in den Ländern

E. Entwicklung und Ausgestaltung ausgewählter Landesverfassungsgerichte
Baden-Württemberg – Bayern – Hessen – Thüringen

F. Landesübergreifende Parallelen
Landesverfassungsgerichte als solitäre Institutionen – Parallele Entwicklungslinien

G. Landesspezifische Aspekte
Baden-Württemberg – Bayern – Hessen – Thüringen

H. Maßgebliche Einflussfaktoren
Grundgesetz und Bundesverfassungsgericht – Eigene historische Landesverfassungen – Weimarer Reichsverfassung – Andere Landesverfassungen – Ausländische Vorbilder – Besatzungsmächte – Persönlichkeiten – Gesamtwürdigung der Einflussfaktoren

I. Schlussbetrachtung

Anlage: Relevante Vorschriften zur Verfassungsgerichtsbarkeit seit 1919

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14 October 2020

BOOK: Thomas KLEINLEIN and Christoph OHLER (Eds.), Weimar international - Kontext und Rezeption der Verfassung von 1919 (Tübingen: Mohr Siebeck, 2020). ISBN 978-3-16-158878-5, 79.00 EUR

 


(Source: Mohr Siebeck) 

Mohr Siebeck is publishing a book setting the Weimar Constitution in a global context.

ABOUT THE BOOK

Der Band ist dem internationalen Kontext und der internationalen Rezeption der Weimarer Reichsverfassung gewidmet. Juristen, Politikwissenschaftler und Historiker nehmen eine international vergleichende Einordnung der Verfassung von 1919 und der auf sie bezugnehmenden Diskurse vor. Ihre Beiträge arbeiten sowohl die zeitgenössischen Querbezüge als auch ihre internationale Rezeption auf der historischen Längsachse heraus. Im Sinne eines Quervergleichs wird der internationale Kontext der Weimarer Verfassung untersucht. Welchen geistigen Einflüssen war sie ausgesetzt? Welche ausländischen Vorbilder wurden genutzt, welche bewusst abgelehnt? Einen zweiten Schwerpunkt bildet die internationale Rezeptionsgeschichte der Weimarer Verfassung. Welche unmittelbar zeitgenössische Ausstrahlungswirkung hatte sie? Wo war »Weimar« wann ein Argument? Welche Lehren wurden andernorts in Verfassungsberatungen gezogen? Welche langfristigen Wirkungen zeigen sich international in juristischen und intellektuellen Diskursen?

ABOUT THE EDITORS

Thomas Kleinlein ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Völkerrecht, Europarecht und Rechtsvergleichung an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
https://orcid.org/0000-0003-1352-739X

Christoph Ohler ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und Internationales Wirtschaftsrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

TABLE OF CONTENTS

1. Teil: Verfassungsjahr 1919: Revolution und Aufbruch nach dem Ersten Weltkrieg
Thomas Kleinlein/Christoph Ohler: Einführung: Weimar international – Klaus Dicke: Weimarer Moderne – auch in der Weimarer Reichsverfassung? (Kommentar) – Jana Osterkamp: Demokratischer Verfassungsstaat und nationale Selbstbestimmung: Das doppelte Gesicht der europäischen Staatsgründungen 1919 – Rainer Wahl: Die Verfassungswelle nach 1919 – und das Scheitern von Demokratien (Kommentar)

2. Teil: Weimar 1919 im internationalen Kontext
Mattias Wendel: Weimarer Parlamentarismus und Präsidialverfassung im Spiegel französischen Verfassungsrechts – Michael Stolleis: Internationale Vorbilder und das Gewicht der Tradition (Kommentar) – Almut Neumann: Demokratischer Bundesstaat: Brüche mit der Tradition und föderale Kontinuitäten – Stefan Oeter: Das Deutsche Reich als »demokratischer Bundesstaat«: Brüche und Kontinuitätslinien zur Verfassung von 1871 (Kommentar) – Anna Katharina Mangold: Gleichheitsrechte und soziale Grundrechte: Internationale und vergleichende Dimension – Gerhard Lingelbach: Weitere Überlegungen zur rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau und zu den sozialen Grundrechten (Kommentar) – Ansgar Hense: Koordinaten und Kontext des Weimarer Ordnungsmodells von Staat und Religion – Wolfgang Huber: Balancierte Trennung (Kommentar)

3. Teil: 1919 bis 2019: Die internationale Rezeption der Weimarer Reichsverfassung
Carlos-Miguel Herrera: Reaktion, Rezeption, Aneignung? Weimar im französischen Rechtsdenken der Zwischenkriegszeit – Jens Meierhenrich: Exceptional Constitutionalism: The Constitution of Weimar in the English-speaking World – Piotr Czarny: Einfluss der Weimarer Reichsverfassung auf Verfassungsgebung und Staatsrechtslehre in Polen – Eli Salzberger: The Weimar Constitution and Legal Culture and Israeli Law and Jurisprudence

 

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19 March 2020

BOOK: Patrick O. HEINEMANN, Rechtsgeschichte Der Reichswehr 1918–1933 (Brill, 2018). ISBN 978-3-506-78785-9



(Source: Brill)

Brill published a legal history of the Reichswehr during the Weimar Republic back in 2018.

ABOUT THE BOOK

Der Autor zeigt mit der Rechtsgeschichte der Reichswehr 1918–1933 das Spannungsverhältnis auf, in dem die Weimarer Republik zum Militär als Ganzem wie auch dem einzelnen Soldaten stand.
Wie und warum die Integration der Streitkräfte in die erste deutsche Republik aus juristischer Perspektive misslang, belegt diese archivalisch fundierte Rechtsgeschichte der Reichswehr erstmals anhand verschiedenster Themenfelder wie der Militärstrafjustiz, dem Ehren- sowie dem Disziplinar- und Beschwerderecht. Das überlieferte Bild vom »Staat im Staate« bildete sich rechtlich gesehen in einer Tendenz der Reichswehr zur »Paralegalität« ab. Sie hatte ihre Wurzeln vor allem im überkommenen preußisch-deutschen Sonderstatus des Militärs im Staatsaufbau, in exzessiven ausnahmerechtlichen Einsätzen im Innern sowie im fortgesetzten Völkerrechtsbruch der Geheimrüstung. 

ABOUT THE AUTHOR

Patrick Oliver Heinemann hat in Berlin und Freiburg Rechtswissenschaft studiert. Heute ist er Rechtsanwalt in Freiburg.

TABLE OF CONTENTS

Preliminary Material
Pages: 1–7
Vorwort zur Reihe
By: Stig Förster, Bernhard R. Kroener, Bernd Wegner and Michael Werner
Pages: 9–10
Zum Geleit
By: Manfred Messerschmidt
Pages: 11
Dank
By: Patrick O. Heinemann
Pages: 13
Einleitung
Pages: 15–27
Entstehung der Weimarer Wehrverfassung
Pages: 28–112
Grundlagen des Soldatischen Dienstverhältnisses
Pages: 113–173
Politische und Bürgerliche Grundrechte
Pages: 174–234
Militärstrafrecht
Pages: 235–285
Das Disziplinarstrafrecht als Prothese
Pages: 286–309
Ehrenschutz
Pages: 310–336
Rechtsschutz
Pages: 337–352
Spätphase und Untergang der Republik
Pages: 353–388
Fazit
Pages: 389–397
Abkürzungen
Pages: 398–400
Literatur und Veröffentlichte Quellen
Pages: 401–417
Archivalische Quellen
Pages: 418
Personenregister
Pages: 419–424

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18 July 2019

COLLOQUIUM: Weimar – Réflexions autour d’une Constitution centenaire (Cergy-Pontoise, 13 September 2019)



Via the Portail universitaire du droit, we learned about an international colloquium on the Weimar constitution to be held in Cergy-Pontoise (near Paris) coming September.

Présentation

La Constitution de Weimar a été promulguée le 11 août 1919. De nombreuses manifestations ont d’ores et déjà eu lieu en Allemagne pour célébrer le centenaire de ce texte majeur du constitutionnalisme allemand.

L’objectif de cette journée d’étude est de prolonger les discussions en France, d’une part autour d’interventions de spécialistes français, d’autre part à partir de l’ouvrage de Christoph Gusy, professeur de droit public à l’Université de Bielefeld, précisément paru à l’occasion de ce centenaire.
Le format choisi vise à laisser une grande liberté pour s’interroger sur la signification historique de la Constitution, sur son actualité, de manière globale ou plus spécifique, se référant au constitutionnalisme, à la doctrine, aux institutions, y compris en réfléchissant à la réception de Weimar au-delà des frontières allemandes.


Programme provisoire
Matinée
9h La Constitution de Weimar et le droit international public
Gesa Dannenberg
De l’ambivalence de la démocratie représentative à Weimar et aujourd’hui
Constance Grewe
10h30 : Pause
11h Titre à préciser
Olivier Jouanjan
Constitution et transformation : la double tension, de Weimar à nos jours
Carlos-Miguel Herrera
12h30 : Pause déjeuner
Après-midi
14h : Discussion autour de Christoph Gusy, 100 Jahre Weimarer Verfassung. Eine gute Verfassung in schlechter Zeit (Les 100 ans de la Constitution de Weimar. Une bonne constitution en temps difficiles), Tübingen, 2018)
avec Aurore Gaillet et Renaud Baumert
17h : Fin des travaux


16 August 2018

BOOK: Christoph GUSY, 100 Jahre Weimarer Verfassung - Eine Gute Verfassung in Schlechter Zeit (Tübingen: Mohr Siebeck, 2018). ISBN 978-3-16-155343-1, € 35.00

(Source: Mohr Siebeck)

Möhr Siebeck is publishing a new book on the Weimar constitution at 100.  

ABOUT THE BOOK

Einhundert Jahre nach Gründung der demokratischen Republik in Deutschland kann ein Blick in die Weimarer Verfassung irritieren: Vieles in ihr wirkt in hohem Maße aktuell, anschlussfähig und geradezu modern. Sie ist ganz anders als die Bilder und die Lehren, die ihre Überlieferung prägen. Christoph Gusys Blick zurück nimmt seinen Ausgangspunkt in der Entstehungsgeschichte, in welcher viele Väter und einige Mütter unter widrigen Umständen die demokratischen und rechtsstaatlichen Ideen der Zeit diskutiert, zusammengeführt und in Texte gegossen haben. Die Nationalversammlung wollte eine demokratisch-parlamentarische Republik. Wo sie konnte, hat sie den Reichstag gestärkt und konkurrierende Rechte möglicher »Gegengewichte« eingeschränkt. Doch wurde ihr Konzept schrittweise in eine präsidiale Republik transformiert und ist letztlich als solche untergegangen. Christoph Gusy stellt die Stufen auf diesem Weg, ihre verfassungshistorischen Vorbedingungen, ihre juristische Vorbereitung und Legitimation dar. Die Weimarer Verfassung war eine gute Verfassung in schlechter Zeit. Auch wenn man das Ende schon kennt, können wir von ihr mehr lernen als schlechte Erfahrungen. Zu den Errungenschaften zählen etwa die damals neuen Pluralismuskonzepte und die Einsicht in die Notwendigkeit einer selbstbewussten, wehrhaften Demokratie. Vieles, was in der Republik angelegt wurde, konnte nach 1945 vorausgesetzt und ausgebaut werden.

ABOUT THE AUTHOR

Christoph Gusy ist Professor für Öffentliches Recht, Staatslehre und Verfassungsgeschichte an der Universität Bielefeld.

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