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02 October 2024

BOOK: Robin Leon GOGOL, Kolonialrecht und Provenzienzforschung [Beiträge zu den Grundfragen des Rechts; 41] (Göttingen: V&R unipress, 2023), 217 p., ISBN 978-3-8471-1630-1

 
ABOUT THE BOOK:
 
Für die juristische Untersuchung der kolonialrechtlichen Erwerbsprozesse sind die dem deutschen Zivilrecht immanenten Gerechtigkeitsideale und Billigkeitsgrundsätze maßgeblich. Robin Leon Gogol gibt durch eine rechtshistorische Quellenauswertung einen Überblick über das Kolonialrecht und stellt mittels der Untersuchung des rechtlichen Rahmens der deutschen Kolonialisierungsgeschichte die Auswirkungen des Rechts auf die Provenienzforschung fest, um dann abschließend Kategorien rechtlicher Legitimität für den konkreten Einzelfall einer historischen Provenienzprüfung zu erarbeiten. Dabei behandelt er neben abstrakten juristischen Fragestellungen auch die spannende Herkunftsgeschichte der »Federkrone aus Kamerun«, die mutmaßlich vom Besitz des Manga Ndumbe Bell in die Hände des deutschen Missionars Theodor Christaller gelangt ist.
 
ABOUT THE AUTHOR:
 
Dr. Robin Leon Gogol arbeitete als Jurist an der Leibniz Universität Hannover am Lehrstuhl für öffentliches Medienrecht, am Lehrstuhl für Zivilrecht und Rechtsgeschichte sowie am CELLS-Institut für Medizin- und Ethikrecht. Während seiner Promotion am Lehrstuhl für Zivilrecht und Rechtsgeschichte war er zudem Researcher and Legal Counsel beim internationalen PAESE-Projekt des Landes Niedersachsen.  
 
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21 April 2022

BOOK: Nicola CAMILLERI, Staatsangehörigkeit und Rassismus. Rechtsdiskurse und Verwaltungspraxis in den Kolonien Eritrea und Deutsch-Ostafrika (1882–1919) (Frankfurt am Main: Max Planck Institute for Legal History and Legal Theory 2022). ISBN: 978-3-944773-36-0 OPEN ACCESS

(Image source: Max Planck Institute)


ABOUT THE BOOK

Das Buch bietet eine vergleichende Analyse der Geschichte der kolonialen Staatsangehörigkeit in den italienischen und deutschen Kolonialreichen auf der Grundlage einer eingehenden Untersuchung Eritreas und Deutsch-Ostafrikas. Diese beiden Kolonien stellen die zwei Fallstudien der Untersuchung dar, die nicht nur die Produktion von überwiegend in der Metropole konzipierten Rechtstexten, sondern auch deren Ausführung und die administrative Praxis kolonialer Staatsangehörigkeit in den Blick nimmt. Es handelt sich um einen Beitrag zur Institutionengeschichte, die auch soziale und kulturelle Hintergründe in globalhistorischer Perspektive berücksichtigt.

Die Geschichtsschreibung zum europäischen Kolonialismus hat oft die Unterscheidung zwischen metropolitanen Staatsbürgern und kolonialen Untertanen als wesentliches Merkmal kolonialer Herrschaft betont. Diese Trennung existierte auch in Eritrea und Deutsch-Ostafrika. Tatsächlich haben Italiener und Deutsche ihren rechtlichen Status dort behalten, während die einheimische Bevölkerung von der metropolitanen Staatsangehörigkeit ausgeschlossen wurde. Diese Politik gründete auf der Annahme, dass die einheimische Bevölkerung der Kolonien auf einem niedrigeren Niveau in Bezug auf ihre Rasse und Zivilisation stand und daher nicht den metropolitanen Staatsbürgern gleichgestellt werden konnte. Schließlich galt gerade die Überwindung dieser Kluft als Aufgabe der Kolonialmission und wurde zur legitimierenden Ideologie des europäischen Kolonialismus. Durch diesen Fokus auf die koloniale Staatsangehörigkeit in Eritrea und Deutsch-Ostafrika befasst sich das Buch mit einem zentralen Thema des europäischen Kolonialismus und dessen diskriminierender Natur.

Der Unterschiede zwischen den beiden ostafrikanischen Regionen bewusst, stellt das Buch einen innovativen deutsch-italienischen Vergleich an, indem es zwei Territorien betrachtet, die gleichzeitig als Kolonien etabliert und von zwei im europäischen Vergleich ‘späten’ Kolonialmächten regiert wurden. Die vergleichende Untersuchung berücksichtigt daher die metropolitanen Kontexte des Königreichs Italien und des Deutschen Kaiserreichs und die kolonialen Kontexte Eritreas und Deutsch-Ostafrikas. In diesem zwischen Europa und Afrika liegenden Raum wird der Bevölkerung vor Ort besondere Aufmerksamkeit geschenkt, vor allem Akteuren lokaler Herkunft.

Das Buch stellt einen Beitrag zur Globalgeschichte des europäischen Kolonialismus samt  seiner Rechtsstrukturen und gesellschaftlichen Auswirkungen dar. Die Darstellung der Facetten von Staatsangehörigkeit in der kolonialen Vergangenheit lässt auch Fragen der Zugehörigkeit in der postkolonialen Gegenwart in neuem Licht erscheinen.


ABOUT THE AUTHOR

Nicola Camilleri is a historian of modern Europe in a global perspective with a special interest in Italy and Germany and their colonial history. His research combines legal and institutional history with cultural and social history. He received his PhD from the Freie Universität Berlin in 2017. After being a visiting fellow at the Remarque Institute, NYU (New York City), and the Max Planck Institute for Legal History and Legal Theory in Frankfurt, he joined the ERC project PREWArAs at the University of Padua, which deals with armed associations in Europe before the First World War. Nicola Camilleri has co-edited an issue of Northeast Africa Studies and published several articles and book reviews. This book is based on his PhD dissertation, for which he consulted archives and libraries in Eritrea, Germany, Italy and Tanzania. These research stays were made possible by grants and fellowships from prestigious German institutions.


TABLE OF CONTENTS

XI        Vorwort

1          Einleitung

19        Die Gründung der Colonia Eritrea und die Staatsangehörigkeit ihrer Bewohner

55        Die Gründung Deutsch-Ostafrikas und die Rechtsverhältnisse der Kolonialbevölkerung

91        Die Gesetzgebung zur Staatsangehörigkeit zwischen Kolonien und Metropolen

159      Einbürgern und Ausschließen in den Kolonien Eritrea und Deutsch-Ostafrika

207      Staatsangehörigkeit und Familienverhältnisse

257      Fazit und Ausblick

265      Quellen und Literatur


More information and the entire publication can be found here.

22 December 2021

WORKSHOP: Decolonization by Codification: The Making of the 1958 Penal Code in Late Colonial Nigeria, 4 January 2022

(Source: mpilhlt)

MPI-TAU Transnational Legal History Workshop

DATE: Jan 4, 2022 TIME: 19:00 - 20:30
SPEAKER: Rabiat Akande (Osgoode)
CONVENORS: Thomas Duve, David Schorr (TAU), Stefan Vogenauer
LOCATION: video conference
ROOM: For further information please contact mpitauwkshp@gmail.com