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03 March 2015

CONFERENCE: Eastern Europe and the History of International Law (Leipzig University/L'viv, 26-28 August 2015)/PROJECT: Juridification Processes in International Relations: Eastern European Conflicts and their Influence on International Law since 1850

 
 (image source: Leipzig University)


The Centre for Humanities and German and Eastern-Europan Culture (Prof. Stefan Troebst) at the University of Leipzig presented its multi-disciplinary research project 'Verrechtlichungsprozesse in den internationalen Beziehungen: Prägungen des Völkerrechts durch Konflikte im östlichen Europa seit 1850' on HSozKult.de. The project centres on a specific Eastern European lecture of the history of international law, focusing on a collective history of the actors.

Scientific events:
- 100 Years On: The Carnegie Report on the Causes and Conduct of the Balkan Wars of 1912/3, Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas, Leipzig, 4./5. Juli 2013. Publikation in Vorbereitung: Der ‚Carnegie Report on the Causes and Conduct of the Balkan Wars 1912/13’. Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte im Völkerrecht und der Historiographie, hg. von Dietmar Müller und Stefan Troebst, Comparativ 6 (2014).
- GWZO-Ringvorlesung SS 2015 zum Thema „Ostmitteleuropäische Prägungen des modernen Völkerrechts“ von April bis Juli 2015, u.a. mit Prof. Dr. Lauri Mälksoo, Prof. Dr. Eric Weitz, Prof. em. Dr. Jost Dülffer, Dr. Cindy Daase, Prof. Dr. Martin Aust, Prof. Dr. Otto Luchterhandt
- East European Cataclysms and the Making of Modern International Law, Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas zusammen mit der Nationalen Ivan Franko-Universität L’viv, L’viv 26.-28. August 2015.

Project description (in German):
Seit Januar 2014 arbeitet am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO) unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Troebst und Dr. Dietmar Müller eine mehrköpfige Projektgruppe zum Thema „Verrechtlichungsprozesse in den internationalen Beziehungen: Prägungen des Völkerrechts durch Konflikte im östlichen Europa seit 1850“. Die Forschungen sollen in einem dreibändigen Handbuch münden, in dem die Geschichte von Kongressen, Verträgen und Gerichtsstatuten sowie die von Institutionen und internationalen Organisationen aus ostmitteleuropäischer Perspektive dargestellt werden. Ergänzt wird dies um eine akteurszentrierte, prosopographische Analyse. In der Projektgruppe sind eine Postdoc- sowie eine Doktorandenstelle vakant, die vorzugsweise mit Juristen aus dem Bereich des Völkerrechts und mit Politologen oder Historikern aus dem Bereich der Internationalen Beziehungen respektive der Internationalen Geschichte besetzt werden sollen. Darüber hinaus bietet die Projektgruppe verschiedene Anbindungs- und Finanzierungsmöglichkeiten für die Bearbeitung einschlägiger Themen an. Bewerbungen und inhaltliche Anregungen bitten wir an unten stehende Adresse zu schicken.

Die Verrechtlichung der internationalen Beziehungen in Gestalt des sich dynamisch entwickelnden Völkerrechts ist ein universell angelegtes Projekt der europäischen Moderne. Dennoch weist seine Entstehungsgeschichte einer Reihe von Prinzipien, Regelungsfelder und Regime eine starke regionale Prägung auf. Zuvörderst gilt dies für die Wirkungen des Konfliktgeschehens im östlichen Europa im Zeitalter von Nationalismus und Nationalstaatsbildung. Das Projekt untersucht die Geschichte internationaler Beziehungen und ihrer Verrechtlichung in Form des Völkerrechts sowie zugleich die Geschichte des Völkerrechts als Wissenschaftsgeschichte aus einer ost(mittel)europäischen Prägungsperspektive. Ausgangspunkte dabei sind die Teilungen Polens 1774-1795, der den Krim-Krieg beendende Pariser Friedensschluss von 1856 und der Berliner Kongress von 1878, Untersuchungsschwerpunkte die Pariser Vorortverträge von 1919/20 und die Gründung des Völkerbunds 1920. Ebenfalls im Zentrum des Forschungsinteresses steht die auf den osmanischen Genozid an den Armeniern sowie auf den Holocaust zurückgehende Genozid-Konvention der Vereinten Nationen 1948 sowie die Entwicklung des Völkerstrafrechts von Nürnberg bis Den Haag. Den Schlusspunkt bildet die Herausbildung einer Schutzverantwortung der Staatengemeinschaft (Responsibility to Protect), wie sie als Folge des Eingreifens der NATO in Serbien 1999 zur Anwendung kam und 2008 in der Gründung des neuen Staates Kosova resultierte. Aufgrund ihrer historischen Strukturmerkmale war im östlichen Europa die Konfliktdichte zur Zeit des Übergangs vom klassischen zum modernen Völkerrecht sowie das gesamte 20. Jahrhundert hindurch außerordentlich hoch. Die wiederholten und häufig dramatischen Veränderungen der politischen Landkarte, bedingt durch imperialen Zerfall, zeitverschobene Nations- und Nationalstaatsbildung, Großmachteinfluß, diktatorische Herrschaft, religiöse Pluralität, sprachliche Vielfalt und ethnische Diversität, bewirkten unmittelbar erhöhten regionalen Regelungsbedarf, der sich mittelbar in Neuerungen im Völkerrecht niederschlug. Dieser Kausalzusammenhang ist zugleich Grund dafür, dass ein hoher Anteil an prominenten Theoretikern wie Praktikern des Völkerrechts aus der Osthälfte Europas, hier vor allem aus Minderheitengruppen, stammt.
Das Projekt verknüpft Fragestellungen der Disziplinen Völkerrechtsgeschichte, Geschichte der internationalen Beziehungen sowie Ost- und Südosteuropäische Geschichte mit dem Ziel, die zentrale Arbeitshypothese von einer maßgeblich ost-, ostmittel- und südosteuropäisch geprägten Völkerrechtsentwicklung von der Internationalisierung der Orientalischen Frage bis zum postjugoslawischen Staatenbildungsschub zu überprüfen. Das Projekt weist dabei Berührungspunkte zur Völkerrechts- und Diplomatiegeschichtsschreibung, weiterhin zu „New Approaches to International Law“, zu „Critical Legal Studies“ und zur osteuropabezogenen Teildisziplin der Geschichtswissenschaft sowie darüber hinaus zu aktuellen Forschungsansätzen wie einer „New International History“ und einer Kulturgeschichte des Politischen auf. Zudem gibt es der geschichtsregionalen Konzeption „Ostmitteleuropa“ eine neue Dimension, nämlich diejenige einer auf nationale Akteure, transnationale Institutionen und Völkerrechtsregime fokussierte historischen Kulturwissenschaft.
 Researchers involved:
Stefan Troebst: Die jüdisch-deutsche Völkerrechtlersymbiose im Ostmitteleuropa der Zwischenkriegszeit
Dietmar Müller: Forschungen zur Institutionalisierung des Völkerrechts. Akteure, Normen und internationale Organisationen
1) Die Europäische Donaukommission (1856–1945) in der Völkerrechtsgeschichte
2) Anfänge des Völkerstrafrechts in der Zwischenkriegszeit. Vespasian Pella und Raphael Lemkin
Adamantios Skordos: Südosteuropa als völkerrechtsprägende Geschichtsregion: Nationale Homogenisierungsprozesse – ethnopolitische Gewalt – internationale Konfliktregulierung (19.-21. Jahrhundert)
Arno Trültzsch: Jugoslawien als Mitinitiator der Blockfreien-Bewegung – Völkerrechtsinnovationen, Institutionalisierungsversuche und außenpolitische Identität (1948–1991)
Cindy Daase (assoziiert): Warfare und Lawfare - Völkerrechtschlachten am Verhandlungstisch. Völkerrechtsrhetorik in der Beilegung und Aufrechterhalten von (eingefrorenen) Konflikten im östlichen Europa seit dem Ende des Kalten Krieges
Stephan Stach (assoziiert): Misslungene Staatsgründungen und das Selbstbestimmungsrecht der Völker im östlichen Europa, 1918–1923
 Find out more here, as well as on the project's website.

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