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15 April 2025

BOOK: Ke LI, Geschichte, Raum, Weltordnung. Eine Untersuchung von Carl Schmitts Völkerrechtslehre [Schriften zum Völkerrecht; 263] (Berlin: Duncker & Humblot, 2025), 273 p., ISBN:978-3-428-18832-1

Cover: Geschichte, Raum, Weltordnung
About the book:

Diese Studie konzentriert […] sich auf ein Thema, das umfangreiche Debatten ausgelöst hat – was wenig überrascht, da das Bestehen von Kontroversen gerade die Bedeutung und Notwendigkeit weiterer Forschung bestätigt. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Diskussionen um Carl Schmitts Völkerrechtslehre weit über den Rahmen üblicher wissenschaftlicher Meinungsverschiedenheiten hinausgehen. Für einige ist Schmitts Theorie ein veraltetes, negatives Erbe, während sie für andere eine treffende Diagnose der aktuellen globalen Krise oder sogar eine mutige Prophezeiung der zukünftigen Weltordnung darstellt.

Diese diametral entgegengesetzten Bewertungen treffen in einem Punkt zusammen, was selbst Ausdruck der dialektischen Bewegung der Geschichte ist: Das Weltsystem und seine Wissensgrundlagen, die wir einst kannten, unterliegen einer intensiven, tiefgreifenden Neuordnung.

(Aus dem Vorwort)

Table of contents:

A. Das Völkerrecht als Angelpunkt der Weltgeschichte: Erläuterung der These von Carl Schmitt
Weltgeschichte und Völkerrecht – Raum, Weltordnung und Völkerrecht – Gliederung der Arbeit

B. Prolog: Zuordnung Schmitts Völkerrechtslehre
Das Jus Publicum Europaeum in der Rechtsgeschichte – Schmitts jus publicum Europaeum als globale Raumordnung – Das Völkerrecht: eine rationalistische (Un-)Ordnung? – Abschied vom 19. Jahrhundert: die Aufhebung der These Webers durch Schmitt

C. Geistiges Postulat: Metaphysik, Metahistorie, Metaphorik im Konzept des Nomos
Etymologische und begriffliche Auslegung – Pluralität als metaphysische Kritik des Subjektivismus – Metahistorie statt Metaphysik – Schritt zurück zur Metapher

D. Ideengeschichtliche Voraussetzung: Philosophie und Historie
Der Zusammenbruch des Dualismus in den Geisteswissenschaften des 19. Jahrhunderts – Das Verschwinden der Metaphysik in der Geschichte

E. Institutioneller Präzedenzfall: Organische Weltordnung
Zur Körperfrage des Politischen – Intermezzo der Gouvernementalität: Biopolitik als Geopolitik – Das Vorbild »Mitteleuropa«

F. Schmitts jus publicum Europaeum: Völkerrecht als Raumordnung
Landnahme und das globale Liniendenken – Innen und außen, Europa und Nicht-Europa – Seenahme und maritime Existenz – Lex fundamentalis: Gegensatz und Gleichgewicht der Räume

G. Die neue Auffassung der Völkerrechtslehre und die Auflösung des jus publicum Europaeum
Die Geburt des universellen Völkerrechts – Universelles Völkerrecht und Staat – Von Koexistenz zur Civitas Maxima – Der Bedeutungswandel des gerechten Krieges im Völkerrecht – Genealogie und Universalität des Völkerrechts – Weg zum Großraummodus

H. Der Großraum als Paradigma des Ordnungsprinzips
Schmitts Großraum: Begriff, Eigenschaft und Elemente – Großraum, Reich, Imperialismus – Großraum, Völkerrecht, konkrete Ordnung – Großraum, Raumrevolution und Universalismus

I. Epilog: Sprung aus dem Dschungel der »-ismen«

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07 April 2025

BOOK: Maike KRÜGER, Security Discourses. Juridification of international relations in the 19th and early 20th century [Schriften zum Völkerrecht; 264] (Berlin: Duncker & Humblot, 2025), 277 p., ISBN: 978-3-428-19268-7

 Cover: Security Discourses

About the book:

Die Arbeit analysiert die zwischenstaatlichen Verrechtlichungsprozesse des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach einem historischen Überblick werden drei zentrale Themenkomplexe untersucht: Verrechtlichung als Reaktion auf kollektive Sicherheitswahrnehmungen, Verrechtlichung als Voraussetzung für Institutionalisierung und Verrechtlichung als diskursiver Prozess. Die Analyse stützt sich auf die politikwissenschaftliche Theorie der »Securitization«, welche die diskursive Darstellung sicherheitsrelevanter Sachverhalte beschreibt. Die Untersuchung zeigt, dass das Völkerrecht einem dynamischen Wandel unterliegt, der die Komplexität internationaler Beziehungen und Diversität nationaler Interessen widerspiegelt. Dennoch bieten rechtliche Strukturen Stabilität: Sie schaffen einen Rahmen, der es Staaten ermöglicht, Konflikte friedlich zu lösen und Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Table of contents:

Introduction
Securitization – Juridification – Infrastructures – Conclusion

A. Justifying Interstate Violence – A Brief History
Bellum Justum: War as Divine Justice – Bellum Legale: Sovereignty and Procedural Law – Conclusion: From Just to Legal Wars

B. Juridification as a Reaction to Collective Perceptions of Security
The Rise of Collective Security – Arbitration: Response to Forceful Self-help – Conclusion: Co-ordination and Co-operation – A Growing Need

C. Juridification as a Necessary Requirement for Institutionalization
The Sovereignty of States and International Law – The Century of Conferences and Congresses – The League of Nations: Institutionalization of the Maintenance of Peace? – Conclusion: Consensus – The Need to Understand Each Other

D. Successful Juridification as a Discursive Process
War and Measures Short of War – Arbitration: Questions of Law or Questions of Politics – Administrative Unions: Unpolitical Multilateralism? – The League of Nations: The Political Relations Between States – Conclusion: The Power of Narratives

E. Legal Infrastructures – Co-Ordination of International Relations
Multitude of Inter-state Relations – Legal Infrastructures – Conclusion: Normative Networks

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18 February 2025

BOOK: Laila SCHESTAG, Zwischenrecht. Die allgemeinen Regeln des Völkerrechts in der frühen Bundesrepublik [Grundlagen der Rechtswissenschaft; 53] (Tübingen: Mohr Siebeck, 2024), 287 p., ISBN 978-3-16-163841-1

 Cover von 'undefined'

ABOUT THE BOOK:

»Das Völkerrecht geht unter allen Umständen dem Bundesrecht und auch dem Bundesverfassungsrecht vor«. Mit diesem Satz des späteren Außenministers Heinrich von Brentano nahm der Parlamentarische Rat die bis heute gültige Fassung von Artikel 25 GG einstimmig an. Noch in der ersten Hälfte der 1950er Jahre stieß der Vorrang des Völkerrechts auf breite Zustimmung. Heute weist die Verfassungsauslegung den allgemeinen Regeln des Völkerrechts nur noch einen 'Zwischenrang' zu: Sie stehen über dem einfachen Recht, aber unter dem Verfassungsrecht. Wie lässt sich die radikale Offenheit des Grundgesetzes gegenüber dem Völkerrecht im Moment der Verfassungsgebung erklären? Warum war sie nicht von Dauer? Diesen Fragen geht Laila Schestag in ihrer ideengeschichtlichen Studie nach. Entlang der Genese zentraler verfassungsrechtlicher Begriffe wie 'Völkerrechtsfreundlichkeit' und 'offene Staatlichkeit' zeigt sie, wie Deutungs- und Bedeutungswandel von Artikel 25 GG den politischen Selbstfindungsprozess der frühen Bundesrepublik spiegeln.
Die Arbeit wurde mit dem Promotionspreis der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin 2024 ausgezeichnet.

TABLE OF CONTENTS:

Recht einer Zwischenzeit. Einleitung
Erster Teil: Vor der Verfassung - Die Entstehung von Artikel 25 des Grundgesetzes

Kapitel 1. Motive
Kapitel 2. Entwürfe
Kapitel 3. Diskurse

Zweiter Teil: Unter dem Grundgesetz - Vom internationalen Provisorium zur nationalen Verfassung
Kapitel 1. Revolutionäre Popularität? Die Rangfrage zwischen 1949 und 1957
Kapitel 2. Vom besetzten Provisorium zum europäischen Staat
Kapitel 3. Saturierter Staat? Die Rangfrage zwischen 1958 und 1976

Ein vergessenes Potential? Schluss

ABOUT THE AUTHOR:

Laila Schestag: Geboren 1993; Studium der Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin; 2018 Erstes Juristisches Staatsexamen; 2021-22 Forschungsaufenthalte am European University Institute in Florenz und am Hans Kelsen-Institut in Wien; 2024 Promotion (HU Berlin); Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin.
https://orcid.org/0000-0003-0150-1635

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