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07 May 2025

BOOK: Jutta BRAUN, Nadine FREUND, Christian MENTEL, Gunnar TAKE (eds.), Das Kanzleramt. Bundesdeutsche Demokratie und NS-Vergangenheit (Göttingen: Wallstein, 2025), 938 p., ISBN 978-3-8353-5598-9

Buchcover: Das Kanzleramt

ABOUT THE BOOK:

Das Bundeskanzleramt war seit 1949 die politische Schaltzentrale der jungen westdeutschen Demokratie. Aufgrund der Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers konnte die Behörde auf alle Bereiche des Regierungshandelns einwirken. Dabei bewegte sie sich im Spannungsfeld zwischen demokratischem Neubeginn und den Nachwirkungen des Nationalsozialismus. Während die NS-Belastung des langjährigen Amtschefs Hans Globke häufig thematisiert wurde, wusste man über das Personal dieser bundespolitischen Schlüsselstelle bisher nur wenig. Woher kamen die leitenden Beamten, welches Politik- und Demokratieverständnis brachten sie mit oder entwickelten sie? Wie steuerte das Bundeskanzleramt die Personalpolitik, den Umgang mit der NS-Vergangenheit und die Öffentlichkeitsarbeit des Bundes?
Der Band vereint vier Studien, in denen diese Fragen erstmals umfassend untersucht werden. Ausgehend von den Biographien der im Kanzleramt tätigen Beamten spannen Autorinnen und Autoren den Bogen vom frühen 20. Jahrhundert über die NS-Zeit und die Ära Adenauer bis in die 1970er Jahre.

ABOUT THE EDITORS:

Jutta Braun ist Leiterin der Abteilung »Regime des Sozialen« am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der deutschen Teilung und Vereinigung sowie die Behördengeschichte in Diktatur und Demokratie.
Veröffentlichungen u. a.: Porsche. Vom Konstruktionsbüro zur Weltmarke (2017, mit Wolfram Pyta und Nils Havemann); Im Riss zweier Epochen. Potsdam in den 1980er und frühen 1990er Jahren (2017, mit Peter Ulrich Weiß).

Nadine Freund war von 2017 bis 2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Aktuell ist sie Dozentin am Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFZA) sowie Privatdozentin an der Universität Kassel mit Schwerpunkten in der Zeitgeschichte, der Erinnerungskultur und dem Rechtsextremismus.

Christian Mentel war bis 2020 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Er hat u. a. zu den Feldern Geschichtspolitik und Erinnerungskultur, insbesondere zu den Themen NS-Aufarbeitung und Behördenforschung, geforscht und publiziert.

Gunnar Take war bis 2021 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Gegenwärtig arbeitet er in der Abteilung Unternehmensgeschichte der Universität Stuttgart und forscht zum Geld- und Bankwesen in der DDR.

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11 April 2025

BOOK: Frieder GÜNTHER, Verwaltungsstaat. Die Verwaltungskultur der deutschen Innenministerien 1919-1975 [Veröffentlichungen zur Geschichte der deutschen Innenministerien nach 1945; 8] (Göttingen: Wallstein, 2025), 329 p., ISBN: 978-3-8353-5832-4

 Buchcover: Verwaltungsstaat
About the book:

Das Reichsinnenministerium, das Bundesinnenministerium und das Innenministerium der DDR zwischen Kontinuitäten und politischer Systemabhängigkeit.

Wir leben in einem modernen Verwaltungsstaat. Die Verwaltung ordnet und gestaltet Gesellschaft sowie Politik, bereitet Regierungsentscheidungen vor, setzt sie um und greift damit tief in unser Leben ein. Während des gesamten 20. Jahrhunderts war sie ein Fundament deutscher Staatlichkeit. Denn auch wenn sie nicht unabhängig agieren konnte, besaß sie eine zentrale und häufig unterschätzte Funktion für das gesamte Gemeinwesen. Doch wie genau funktionierte sie? Und worin unterschied sie sich angesichts der tiefgreifenden politischen Systembrüche in Deutschland im 20. Jahrhundert? Was waren also die Besonderheiten der Verwaltung in der Weimarer Republik, der NS-Diktatur, der Bundesrepublik und der DDR? Frieder Günther untersucht die deutschen Innenministerien und stellt dabei ihre Verwaltungskultur in den Mittelpunkt. Während auf den ersten Blick Kontinuitäten etwa im Hinblick auf den Aufbau, die Bezeichnungen und die Kompetenzen überwiegen, treten bei genauerer Betrachtung deutliche Unterschiede beim Personal, beim Selbstverständnis, bei den internen Abläufen und bei der Funktion hervor. Besonders drastisch unterschied sich die DDR von der rechtsstaatlichen Verwaltung der Weimarer Republik und der Bundesrepublik, während die nationalsozialistische Verwaltung eine Zwischenstellung einnahm.

About the author:

Frieder Günther, geb. 1971, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Forschungsprojektleiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin sowie Privatdozent an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Veröffentlichungen u. a.: Heuss auf Reisen. Die auswärtige Repräsentation der Bundesrepublik durch den ersten Bundespräsidenten (2006); Denken vom Staat her. Die bundesdeutsche Staatsrechtslehre zwischen Dezision und Integration 1949–1970 (2004).

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31 March 2025

BOOK: Peter SEIBERT, Die Niederschlagung des Bauernkriegs 1525. Beginn einer deutschen Gewaltgeschichte (Bonn: Dietz, 2025), 304 p. ISBN 978-3-8012-0691-8, € 26

 

(image source: Dietz)

Abstract:

Die brutale Niederschlagung des Bauernkriegs war der Anfang einer langen Geschichte rücksichtsloser Gewalt der deutschen Obrigkeiten: von den autoritären Feudalstaaten der frühen Neuzeit über Preußen bis in die NS-Diktatur. 1525 begann Deutschlands Weg in die Untertanengesellschaft, woran auch Martin Luther seinen Anteil hatte. Die entfesselte Gewalt deutscher Herren gegen ihre Untertanen und gegen frühe Forderungen demokratischer Teilhabe legte den Keim für eine Tradition der Unfreiheit und Unterdrückung. Mehr erfahren. Der Volksaufstand im Jahr 1525 wollte einer gerechteren und freieren Gesellschaft den Weg bereiten. In »Zwölf Artikeln« formulierten Angehörige der unteren Schichten, was sie von ihrer Herrschaft erwarteten. Die Antwort war blutig. Massaker, Straf- und Rachefeldzüge des Adels beendeten jede Hoffnung auf Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse und löschten die Aufständischen und ihre Familien regelrecht aus. Peter Seibert, Literaturhistoriker und Medienwissenschaftler, rückt erstmals auch die Rolle der Frauen in diesem Krieg in den Fokus und schildert das bedrückende Ausmaß der ersten Erfahrung von Flucht und Exil in der deutschen Geschichte.

 On the author:

geb. 1948, war Professor für Sozialgeschichte der Literatur an der Universität Siegen und ist Emeritus für Mediengeschichte der Literatur an der Universität Kassel. Er publizierte u. a. zur Literatur der Bauernaufstände. Zuletzt von ihm erschienen: »Demontage der Erinnerung. Der Umgang mit dem jüdischen Kulturerbe nach 1945«. Seibert lebt in Bonn.

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18 February 2025

BOOK: Laila SCHESTAG, Zwischenrecht. Die allgemeinen Regeln des Völkerrechts in der frühen Bundesrepublik [Grundlagen der Rechtswissenschaft; 53] (Tübingen: Mohr Siebeck, 2024), 287 p., ISBN 978-3-16-163841-1

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ABOUT THE BOOK:

»Das Völkerrecht geht unter allen Umständen dem Bundesrecht und auch dem Bundesverfassungsrecht vor«. Mit diesem Satz des späteren Außenministers Heinrich von Brentano nahm der Parlamentarische Rat die bis heute gültige Fassung von Artikel 25 GG einstimmig an. Noch in der ersten Hälfte der 1950er Jahre stieß der Vorrang des Völkerrechts auf breite Zustimmung. Heute weist die Verfassungsauslegung den allgemeinen Regeln des Völkerrechts nur noch einen 'Zwischenrang' zu: Sie stehen über dem einfachen Recht, aber unter dem Verfassungsrecht. Wie lässt sich die radikale Offenheit des Grundgesetzes gegenüber dem Völkerrecht im Moment der Verfassungsgebung erklären? Warum war sie nicht von Dauer? Diesen Fragen geht Laila Schestag in ihrer ideengeschichtlichen Studie nach. Entlang der Genese zentraler verfassungsrechtlicher Begriffe wie 'Völkerrechtsfreundlichkeit' und 'offene Staatlichkeit' zeigt sie, wie Deutungs- und Bedeutungswandel von Artikel 25 GG den politischen Selbstfindungsprozess der frühen Bundesrepublik spiegeln.
Die Arbeit wurde mit dem Promotionspreis der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin 2024 ausgezeichnet.

TABLE OF CONTENTS:

Recht einer Zwischenzeit. Einleitung
Erster Teil: Vor der Verfassung - Die Entstehung von Artikel 25 des Grundgesetzes

Kapitel 1. Motive
Kapitel 2. Entwürfe
Kapitel 3. Diskurse

Zweiter Teil: Unter dem Grundgesetz - Vom internationalen Provisorium zur nationalen Verfassung
Kapitel 1. Revolutionäre Popularität? Die Rangfrage zwischen 1949 und 1957
Kapitel 2. Vom besetzten Provisorium zum europäischen Staat
Kapitel 3. Saturierter Staat? Die Rangfrage zwischen 1958 und 1976

Ein vergessenes Potential? Schluss

ABOUT THE AUTHOR:

Laila Schestag: Geboren 1993; Studium der Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin; 2018 Erstes Juristisches Staatsexamen; 2021-22 Forschungsaufenthalte am European University Institute in Florenz und am Hans Kelsen-Institut in Wien; 2024 Promotion (HU Berlin); Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin.
https://orcid.org/0000-0003-0150-1635

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23 December 2019

BOOK: Dietmar WILLOWEIT & Steffen SCHLINKER, Deutsche Verfassungsgeschichte Vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung Deutschlands Ein Studienbuch. Mit einer Zeittafel und einem Kartenanhang [Juristische Kurz-Lehrbücher] (München: C.H. Beck, 2019), XXXVII /+ 497p. ISBN 978-3-406-72635-4, € 28,9

(image source: Beck)

Book abstract:
Diese Darstellung der deutschen Verfassungsgeschichte zeichnet in vier Teilen die verfassungsrechtliche Entwicklung Deutschlands vom Ausklang der Spätantike im fränkischen Reich bis zur aktuellen Gegenwart nach. Dabei beschränkt sich der Autor nicht auf die Behandlung verfassungsrechtlicher Institutionen, sondern berücksichtigt auch die gesellschaftlichen Verfassungsebenen.
On the authors:
Dietmar Willoweit, Weiland Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften; Prof. dr. Steffen Schlinker 
(source: C.H. Beck)