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16 July 2024

BOOK: Matthias SCHMOECKEL, Das Recht der Reformation in Frankreich und die Vollendung des modernen Staates (Tübingen: Mohr Siebeck, 2024), 345 p., ISBN 978-3-16-163298-3

 


ABOUT THE BOOK:

Die französische Rechtsgeschichte ist in Deutschland noch immer zu wenig bekannt: Die Erfindung der Gewaltentrennung wird Montesquieu zugeschrieben, nicht Claude de Seyssel, der dies aufgrund der Abnabelung der französischen Kirche von Rom um 1515 erstmals vertrat. Der Beginn der Diskussionen zur Verfassung und von Grundrechten liegt nicht im 18. Jahrhundert, sondern bei Jean Calvin bzw. dem Schock nach dem Bartholomäusnacht-Massaker. Ziel war der Erhalt des Königreichs unter einem Monarchen, der den verschiedenen Religionen als Rechtsgemeinschaften ebenso wie den Bürgern durch Recht gesicherte Möglichkeiten eines sicheren Lebens in Religionsvielfalt versprach. Mathias Schmoeckel analysiert das Vordringen der Reformation in der Rechtsordnung und Jurisprudenz, analysiert den Begriff »mos gallicus«, und beschreibt dann die Veränderungen des französischen Rechts in Bezug auf die Methoden und Quellen der Rechtswissenschaftler sowie die Auswirkungen auf die Religions- und Staatsordnung sowie ausgewählte Fragen des Zivil- und Strafrechts. Er zeigt, dass das »goldene Zeitalter« der französischen Jurisprudenz durch Guilleaume Farel und Calvin im Sinne einer »Reformation des Lebens« entwickelt wurde, um die herkömmliche Rechtsordnung zu überdenken und feste Rechte für Katholiken und Protestanten gleichermaßen zu gestalten. Dabei wirkten insbesondere die methodischen Anregungen des Philipp Melanchthon; die Juristen um ihn waren bekannt und wurden herangezogen, um sie weiterzuentwickeln. Die Auseinandersetzung mit dem Humanismus ging auch in Frankreich eine Verbindung mit der Reformation ein und führte zu einer neuen Wertschätzung der lokalen Rechtstraditionen. Alle Zweige der Rechtswissenschaft entwickelten neue Anregungen und bedeutende Literatur, die für die weitere juristische Entwicklung in Europa grundlegend wurden. Die insoweit fast unbekannte französische Reformation tritt hier in ihrer Bedeutung für die europäische Geistesgeschichte und Staatsentwicklung in den gleichen Rang neben die deutsche und die englische Reformation.

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18 August 2020

BOOK: Aislinn MULLER, The Excommunication of Elizabeth I. Faith, Politics, and Resistance in Post-Reformation England, 1570-1603 (Leiden: Brill, 2020). ISBN: 9789004425996, €125.00

Cover The Excommunication of Elizabeth I
(Source: Brill)

ABOUT THE BOOK

Series: St Andrews Studies in Reformation History

In The Excommunication of Elizabeth I, Aislinn Muller examines the excommunication and deposition of Queen Elizabeth I of England by the Roman Catholic Church, and its political afterlife during her reign. Muller shows that Elizabeth’s excommunication was a crucial turning point for both Catholics and Protestants, one that irrevocably changed attitudes towards the queen, widened political participation and resistance, and posed a destabilising threat to her regime. The Excommunication of Elizabeth I demonstrates how this event exacerbated religious tensions in England’s foreign and domestic politics, and how Elizabeth’s conflict with the papacy shaped the development of anti-Catholicism in post-Reformation England.

ABOUT THE AUTHOR

Aislinn Muller obtained her Ph.D. in History at the University of Cambridge (2017). Her work on religious politics in post-Reformation England has appeared in publications such as British Catholic History and Studies in Church History. This is her first book.

TABLE OF CONTENTS

A Acknowledgements 
List of Figures 
Abbreviations 
Note on the Text 

  Introduction 
 1 Queen Elizabeth’s Excommunication in Post-Reformation Politics 
 2 Elizabeth’s Excommunication in Surviving Records 

1. The Excommunication of Elizabeth I in International Politics 
 1 Making the Case for Elizabeth's Illegitimacy, 1558–1569 
 2 Interpreting and Executing Regnans in Excelsis 

2. Transmitting the Excommunication of Elizabeth I 
 1 Distribution and Reception in the 1570s 
 2 Catholic Missions and the Circulation of Regnans in Excelsis, ca. 1580–1603 
 3 Debating the Excommunication’s Legitimacy 

3. Spreading the Word? Regnans in Excelsis in Protestant Discourse 
 1 Humour, History, and Anxiety in Printed Responses to Regnans in Excelsis 
 2 Protestant Translations of Regnans in Excelsis 

4. The Excommunication in Foreign and Domestic Policy 
 1 Threats from Spain and Scotland, ca. 1570–1579 
 2  Regnans in Excelsis and the Coming of War, ca. 1580–1588 
 3 Wars with Spain, France, and Ireland, ca. 1589–1603 

5. Political Engagement, Subversion, and Resistance in England and Ireland 
 1 Sedition as Resistance: Perceptions of Elizabeth after 1570 
 2 Alternatives to Violence: Prohibited Objects, Recusancy, and Public Disobedience 
 3  Regnans in Excelsis and Resistance in Ireland 

Conclusion 
Bibliography 
Index 


More information with the publisher.

08 October 2019

COLLOQUIUM: L’église en crise et les réponses du droit, du haut môyen age à la réforme (14-17 October 2019, Menaggio – Lake Como)



Via the Portail universitaire du droit, we learned of a conference on the crisis of the late medieval church and the law. Here the programme:

Montag / lunedì / lundi, 14 X 2019

Ab 14:00 : Check-In
17:00 : Begrüßung durch die Veranstalter
17:20 : La utilità del diritto romano per gli scopi della Riforma Gregoriana
Gero Dolezalek
19:30 : Abendessen/Cena/Dîner

Dienstag / martedì / mardi, 15. X 2019

8.00 : Frühstück/Colazione/Petit-déjeuner

Sektion 1 – Die Krise der Moral
Moderation : Franck Roumy
9.00 : Il clero indisciplinato tra ius vetus e ius novum
Andrea Massironi
9:40 : Die Unzucht der Kleriker als Skandal
Gisela Drossbach
10:20 : Kaffeepause/Pausa caffè/Pause-afé
10:50 : Die befleckte Kirche - Reconziliation gegen Pollution – Teil II
Hans-Georg Hermann
11.30 : La déposition et la dégradation des évêques aux XIe et XIIe siècles. Aperçu de quelques interprétations canonistiques
Thierry Sol

13:00 : Mittagessen/Pranzo/Déjeuner

14:00-16:30 : Spaziergang zum Comer See/Passeggiata al lago di Como/Excursion au lac de Côme

Sektion 2 – Die Kirche und die weltliche Gewalt
Moderation : Orazio Condorelli
17.30 : Le secours du Bras séculier : (II) le droit canonique classique
Franck Roumy
18:10 : Weltliche Praxis als Krise der Kirche – Die Auseinandersetzung um das Turnier
David von Mayenburg
18:50 : Diskussion zum ersten Tag
19:30 : Abendessen/Cena/Dîner

Mittwoch / mercoledi / mercredi, 16 X 2019

8.00 : Frühstück/Colazione/Petit-déjeuner

Sektion 3 - Krise zwischen Ost und West
Moderation : Mathias Schmoeckel
9.00 : Immagini del primato romano nel pensiero dei canonisti bizantini del secolo XII
Orazio Condorelli
9:40 : L’église face aux peuples musulmans : le commerce international dans la doctrine canonique classique
Nicolas Laurent-Bonne
10:20 : Kaffeepause/Pausa caffè/Pause-café

Sektion 4 - Krise vor Ort
10:50 : Die Krise des Papsttums und der französische Episkopat – Bischof Lambert von Arras (1093-1115) als Vermittler zwischen Erzbischof Rainald von Reims und dem päpstlichen Legaten, Erzbischof Hugo von Lyon
Lotte Kéry
11.30 : Paroisses et droits paroissiaux au XIIe siècle
Clarisse Siméant

13:00 : Mittagessen/Pranzo/Déjeuner

Sektion 5 - Die Reaktion des Rechts auf die Krise : Dogmen
Moderation : Gero Dolezalek
14:30 : Dalla commutazione delle ultime volontà alla mutazione dei benefici : la potestà di innovazione della Chiesa
Silvia Di Paolo
15:10 : Formierung des Beweisrechts in der klassischen Kanonistik
Mathias Schmoeckel
15:50 : L’appel au pape mieux informé comme réponse à la crise
Cyrille Dounot
16:30 : Kaffeepause/Pausa caffè/Pause-café
17:00 : L’emersione del principio di colpevolezza in contrapposizione alla responsabilità ex fatto all’indomani della riforma gregoriana
Abschluß
Rosalba Sorice
17:40-18:10 : Resümee und Abschlußdiskussion
19:30 : Abendessen/Cena/Dîner

Donnerstag / giovedì / jeudi, 17 X 2019

8.00 : Frühstück/Colazione/Petit-déjeuner
9:00 : Vormittags Abreise/Partenza/Départ


24 September 2016

BOOK: Martin HECKEL, Martin Luthers Reformation und das Recht [Ius Ecclesiasticum; 114]. Tübingen: Mohr/Siebeck, 2016. XIV + 988 p. ISBN 978-3-16-154211-4; € 69.

(image source: Mohr/Siebeck)

Mohr/Siebeck published an comprehensive study by Prof. em. dr. Martin Heckel (Tübingen) on the influence of Martin Luther's theology on law.

On the book:
Das hier vorgestellte Werk wird zeitgleich als Broschurausgabe ohne Reihenzugehörigkeit erscheinen.
Die Entwicklung des evangelischen Kirchenrechts und des Staatskirchenrechts in Deutschland seit Beginn der Reformation ist nur aus der steten Wechselwirkung der juristischen Probleme und Dynamik mit ihren theologischen und politischen Ursachen und Folgen zu erfassen. Erst durch ihre Umsetzung in Rechtsformen führen die geistigen und gesellschaftlichen Kräfte und Bewegungen zur umwälzenden Veränderung oder beharrlichen Verfestigung ihrer Epoche.
Durch seine rechtshistorischen Aspekte und Analysen will dieses Werk auch den theologischen und historischen Nachbardisziplinen dienen, auf deren Vorarbeiten es fußt. Es ist problemgeschichtlich ausgerichtet. Es sucht die Entstehung und Wandlung der rechtlichen Institutionen aus den geistlichen und weltlichen Ursprüngen, die dem modernen Empfinden fremd geworden sind, verständlich zu machen und zugleich das Bewußtsein der Kontinuität zu stärken, die unsere pluralistische Geisteswelt und Rechtsordnung mit ihren geschichtlichen Wurzeln verbindet und bis heute prägt und bedingt. Es erstrebt keine handbuchartige Vollständigkeit. Manche Phänomene werden daher detailliert in Nahsicht, andere distanziert im Überblick behandelt. Im Aufbau wechselt es zwischen der chronologischen Schilderung des Geschehens und der systematischen Darstellung der Probleme und Institutionen, um weder auf narrative Anschaulichkeit noch auf systematische Exaktheit zu verzichten. Zeitliche Vorgriffe und Rückblenden, auch Wiederholungen, sind deshalb unvermeidlich. Querverweise wollen die abschnittsweise Lektüre erleichtern. Ausblicke auf die Gegenwart wurden nicht gescheut. Die Individualität geschichtlicher Erscheinungen gewinnt durch historische Rechtsvergleichung ohne Nivellierung an Profil. In diesem Buch kommt Luther selbst zu Wort. Mit ausführlichen Zitaten seiner Schriften will es den Theologen, Historikern und Juristen als einschlägiges Luther-Lesebuch dienen.
(Aus dem Vorwort)
On the author:
Martin Heckel Geboren 1929; Studium der Rechtswissenschaft in München; 1955 Promotion; 1960 Habilitation in Heidelberg; 1960–97 o. Professor des öffentlichen Rechts und Kirchenrechts in Tübingen; seit Oktober 1997 emeritiert. 
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